Der Wellensittich als Heimvogel


Wohl kaum ein Vogel hat je so eine Beliebtheit bei Vogelfreunden erlangt, wie der Wellensittich. In der relativ kurzen Zeit seit seiner Ersteinfuhr vor 150 Jahren, hat er es geschafft, in der Beliebtheitsskala an erster Stelle zu stehen. Die Hauptgründe für seine Beliebtheit sind seine unkomplizierte Haltung und Pflege, sein liebenswertes, geselliges Wesen und seine Kontaktfreudigkeit. Aber in erster Linie ist es sein Nachahmungstalent und seine Gelehrsamkeit.

Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) gehört zur großen Familie der Papageienvögel. Mit seinen 17 bis 22 cm und einem Gewicht von 35 bis 40 g ist er einer der kleinsten Papageien.


Die Heimat des Wellensittichs


Seine Heimat ist Australien. Dort kommt er nur in der hellgrünen Farbe vor. Als Strichvogel zieht er in großen Schwärmen immer dort hin, wo es reichlich Nahrung gibt. Zur Brutzeit lösen sich die Schwärme auf und sie verweilen dort, wo nach der Regenzeit eine üppige Vegetation vorhanden ist. Ihre Hauptbrutzeit ist Oktober bis Dezember. Sie brüten in Nisthöhlen hoher Gummi- und Eukalyptusbäume. Ihre Nahrung und auch die für die Jungenaufzucht besteht hauptsächlich aus Grassamen, die nach der Regenzeit im Übermaß vorhanden sind.


Was muss ich bei der Anschaffung von Wellensittichen beachten


Der Wellensittich ist ein Gesellschaftstier. Er lebt im Schwarm und nie allein. Geselligkeit ist das Wichtigste für ihn. Aus diesem Grunde sollen Wellensittiche nie allein, zumindest paarweise, oder zwei Männchen, gehalten werden. Es kann nämlich auch sehr reizvoll sein, ein Wellensittichpärchen zu beobachten, das seine natürlichen und angeborenen Verhaltensweisen ausleben kann. Auch Wellensittichpärchen werden zahm, wenn man sich mit ihnen ausreichend beschäftigt. Ihr Lebensalter beträgt, bei sachgemäßer Haltung, ca. 12 bis 14 Jahre.

Bevor Wellensittiche angeschafft werden, sollte man sich selbst einige Fragen beantworten:

z.B.

- Habe ich genügend Zeit für die neuen Hausgenossen?

- Bin ich bereit 12 bis 14 Jahre für sie verantwortlich zu sein?

- Hat der Vogelkäfig einen festen Platz in der Wohnung und können die Vögel von Zeit zu Zeit frei im Zimmer fliegen?

- Leben noch andere Haustiere in der Wohnung, die für die Vögel evt. eine Gefahr bedeuten?

- Was geschieht mit den Pfleglingen im Urlaub?

- Ist niemand in der Familie allergisch gegen Vogelfedern?


Hinweise zum Kauf eines Wellensittichs


Mit fünf bis acht Wochen nehmen die Vögel selbständig Futter auf, in dieser Lebensphase gewöhnen sie sich schnell an den Menschen und werden leicht zutraulich. Einen jungen Wellensittich erkennt man an der bis zur Nasenwurzel reichenden Wellenzeichnung, die sich erst später, nach der Jugendmauser, verliert. Außerdem hat ein junger Wellensittich große schwarze Knopfaugen. Der weiße Augenring der Iris kommt erst später zum Vorschein.

Wichtig ist auch, dass der Vogel ganz gesund ist. Einen gesunden Vogel erkennt man an seinem lebhaften und munteren Wesen und an seiner ständigen Kontakaufnahme zu seinen Artgenossen. Die Federn sind glänzend und liegen glatt an. Die Kloake darf nicht verklebt und das Brustbein nicht spitz sein. Zur Kontrolle nimmt man den Vogel in die Hand, so dass er auf dem Rücken liegt und pustet gegen das Gefieder. Die Augen und Nasenlöcher müssen sauber sein.

Ein kranker Vogel sitzt teilnahmslos im Käfig mit aufgeplustertem Gefieder und halbgeschlossenen Augen.


Die Unterbringung und Eingewöhnung

Ein Käfig für zwei bis vier Wellensittiche sollte so bemessen sein, dass es den Tieren möglich ist, kurze Strecken zu fliegen, ohne mit den Flügeln anzustoßen. Die Maße 1,2 x 1,0 x 0,6 m sollten nicht unterschritten werden. Der Käfig darf für gut eingewöhnte Vögel aber nur der Schlaf- und Fressplatz sein. Zu ihrem Wohlbefinden benötigen sie täglich Freiflug. Die neuen Hausgenossen bleiben aber vorerst im Käfig, damit sie von dieser Warte aus, ihr neues Heim kennen lernen. In der ersten Woche sollte die Käfigtür nicht geöffnet werden. Die Fütterung erfolgt von außen.

Die meisten Käfige sind von der Industrie sinnvoll eingerichtet, so dass sie für eine sachgemäße Unterbringung ausreichen. Zu beachten ist aber, dass der Käfig nicht mit Stangen und Spielzeug überladen wird, damit der Vogel noch Platz hat, seine Flügel auszubreiten. Als Sitzstangen eignen sich am besten Äste von Weiden, Birken und ungespritzten Obstbäumen. Sie werden von den Vögeln gern beknabbert und können beliebig ausgewechselt werden. Plastikstangen sind völlig ungeeignet.

Das Spielzeug für den Wellensittich muss sinnvoll ausgewählt werden.

Viel Spaß macht es den Vögeln, an einem von der Käfigdecke herabhängenden Hanfseil zu turnen. Über das Einhängen eines Spiegels kann man geteilter Meinung sein, da durch diesen das Vorhandensein eines Partners vorgetäuscht wird. Überaktive Vögel füttern diesen „Partner“ ständig mit vorverdauten Körnern aus dem Kropf. Dabei besteht die Gefahr, dass der Vogel selbst nicht mehr genügend Nahrung zu sich nimmt.


Wellensittiche baden gern. Ein Badehäuschen darf als Einrichtungsgegenstand im Käfig nicht fehlen.





Gefahren in der Wohnung

Auf einen Käfigvogel, der täglich seinen Freiflug in der Wohnung hat, lauern natürlich auch etliche Gefahren. Auf einige möchte ich hier aufmerksam machen.

Fensterscheiben werden vom Vogel nicht als Begrenzung erkannt. Die Stores müssen immer vorgezogen sein, sonst würde er mit voller Wucht dagegen fliegen.und sich verletzen oder zu Tode kommen.

Ein offenes Fenster bedeutet für den Vogel zwar im ersten Moment "Freiheit", er hat aber keine Überlebenschance. Wenn er nicht zufällig wieder eingefangen wird, geht er zugrunde. Er findet auch nicht zurück, da er sich in der für ihn fremden Umgebung nicht orientieren kann.

Schlimme Gefahren gehen auch von offenen Kochtöpfen, Gefäßen mit Wasser und heißen Herdplatten aus.

Zimmertüren können dem Vogel auch zum Verhängnis werden, wenn er eingeklemmt wird.



Hinweise zur artgerechten Fütterung

Zum Abschluss unseres kleinen Beitrages über Haltung und Pflege von Wellensittichen sollen hier noch einige Hinweise zur artgerechten Fütterung gegeben werden. Wellensittiche ernähren sich in ihrer Heimat von reifen und halbreifen Samen verschiedener Gräser und Kräuter. Ausgehend von dieser Kenntnis bietet der Handel eine ausgewogene Körnermischung als Grundnahrung an. Diese sollte zu 75 Prozent aus mehreren Hirsearten (Silber-, Plata- und Senegalhirse), 15 Prozent Glanz- oder Spitzsaat und 10 Prozent Negersaat und Hafer bestehen. Darüber hinaus werden spezielle Futtermischungen mit Jodkörnchen angeboten, die der Schilddrüsenkrankheit vorbeugen. Ein Wellensittich benötigt täglich etwa zwei Teelöffel Körnerfutter, wobei der Bedarf aber individuell verschieden sein kann. Auf jeden Fall muss er sich immer nach Belieben bedienen können, denn er hat einen sehr schnellen Stoffwechsel. Zu dick wird ein Vogel nicht, wenn er ausreichend Freiflug und zu seiner Körnerration Obst, Gemüse und Wildpflanzen bekommt. Täglich sollte ihm ein Stück Möhre oder Apfel zwischen die Gitterstäbe geklemmt werden. Auch Salat und Spinat werden gern genommen. Aus dem Garten oder von einer Wiese, die nicht gedüngt und frei von Auspuffgasen ist, können Vogelmiere, Hirtentäschelkraut, Löwenzahn, Sauerampfer und Rispengras mitgebracht werden. Als besonderer Leckerbissen gilt Kolbenhirse. Nicht ratsam ist es, den Wellensittich vom Familientisch naschen zu lassen. Gewürzte Speisen können zu schlimmen Verdauungsstörungen führen. Schokolade und andere Süßigkeiten, alkoholische Getränke und Kaffee sind ebenfalls nichts für den Vogel. Vorsicht ist auch bei verschimmeltem Futter geboten. Ein Stück vom Brötchen oder Weißbrot und auch mal ein bisschen hart gekochtes Eigelb schaden dem gefiederten Freund hingegen nicht.

Artikel von: Elke Thomas



Zu kaum einem Vogel gibt es so viele Einträge im Internet.
Hier eine kleine Auswahl:


Die Wellensittich-Homepage



Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.



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